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Abgeltungssteuer (Kapitalertragsteuer)

Welche Steuern muss ich auf Kapitalerträge zahlen? Hier erfahren Investoren in Deutschland, welche Steuern sie auf Gewinne aus Aktien zahlen müssen.

Es ist wieder Zeit für die alljährliche Steuererklärung und Sie haben kürzlich begonnen, in Aktien, Fonds oder Sparpläne zu investieren? Dann müssen Sie die sogenannte Abgeltungssteuer (früher: Kapitalertragsteuer) zahlen. Seit 2009 hat Deutschland neue Regelungen eingeführt, um das Versteuern von Kapitalerträgen aus Dividenden zu erleichtern. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie rund um das Thema Abgeltungssteuer wissen müssen.

Worauf muss ich Abgeltungssteuer zahlen?

Falls Sie Gewinne durch Kapitalerträge aus Investitionen erwirtschaften, dann müssen Sie seit dem 1. Januar 2009 25% der Erträge als Abgeltungssteuer an das Finanzamt abgeben.
Das bezieht sich auf Erträge aus:

  • Bankeinlagen. Die Zinsen, die Sie bei einer Bank auf Ihr angelegtes Vermögen bekommen.
  • Aktien. Die Abgeltungssteuer gilt für Dividenden und für Kursgewinne, also Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren.
  • Anleihen. Hier fällt die Steuer für Zinsen und Kursgewinne an.
  • Investmentfonds. Fondserträge sind auch mit 25% zu versteuern.
  • Dachfonds. Hierbei ist zwischen Dachfonds, die vor 2009 und solchen, die nach 2009 angeschafft wurden, zu unterscheiden. Auf Erstere muss keine Abgeltungssteuer erbracht werden.
  • Risikozertifikate und Lebensversicherungen. Für diese Arten von Kapitalerträgen gelten ebenfalls besondere Bedingungen.

Gehören Sie einer Kirche an, kommt auf die Abgeltungssteuer noch die Kirchensteuer (variiert je nach Bundesland). Weiterhin müssen Sie einen Solidaritätszuschlag zahlen (5,5% der Abgeltungssteuer). Die Abgeltungssteuer gilt nur für Beträge, die über dem Sparerpauschbetrag liegen.

Die Kirchensteuer

Die Kirchensteuer wird seit 2015 automatisch von Ihrem Depot abgezogen. Die Bank erfährt Ihre Religionszugehörigkeit von dem Bundeszentralamt für Steuern in Bonn (BZSt) und führt Ihre Steuern selbstständig an das Finanzamt ab.

Die Kirchensteuer auf Kapitalerträge beträgt in allen Bundesländern 9 Prozent, außer in Bayern und Baden-Württemberg – hier beträgt sie 8 Prozent.

Abgeltungssteuer sparen: Der Sparerpauschbetrag

In Deutschland gilt der sogenannte Sparerpauschbetrag. Wenn Ihre Gewinne aus Investitionen unter diesem Freibetrag liegen, müssen Sie sie nicht versteuern. Der Freibetrag liegt bei 801 Euro für Singles und bei 1602 Euro (also das Doppelte) für Verheiratete. Wollen Sie den Sparerpauschbetrag nutzen, dann müssen Sie zuerst einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank stellen.

Alternativ können Sie, wenn Ihr Einkommen unter dem Grundfreibetrag (2021: 9744 Euro, für Ehepaare 19.488 Euro) liegt, eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen. Legen Sie Ihre Einkommensnachweis dem Finanzamt vor und Sie werden von der Abgeltungssteuer befreit.

Wie erstelle ich einen Freistellungsauftrag?

Wenn Sie erwarten, weniger als 801 Euro (für Ehepaare 1602 Euro) Gewinn aus Kapitalerträgen zu erzielen, dann sollten Sie einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank stellen, um sich von der Abgeltungssteuer zu befreien.

Hier finden Sie eine Vorlage für einen Freistellungsauftrag.

Achtung: Achten Sie darauf, dass Sie den Freibetrag bei Ihren Angaben nicht überschreiten, da dies eine Steuerrechtsverletzung darstellt und bei wiederholter Überschreitung eine Straftat vorliegt.

Verrechnung von Kapitalverlusten

Verluste aus Kapitalerträgen dürfen mit positiven Einkünften aus Anlagen verrechnet werden. Erleiden Sie beispielsweise durch den Verkauf einer Lebensversicherung einen Verlust, können Sie diesen mit den Zinserträgen aus Ihren Sparkonten verrechnen. Aber: Aktienverluste dürfen nur mit Kursgewinnen aus Aktiengeschäften verrechnet werden.

Muss ich Abgeltungssteuer auf ETFs zahlen?

Bei ETFs wird zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETFs unterschieden. Ausschüttend heißt, dass die Erträge beispielsweise jährlich ausgezahlt werden. Thesaurierend bedeutet, dass die Erträge wieder angelegt werden und so bei dem Anbieter bleiben. Auf beide Arten müssen Steuern gezahlt werden, bei dem thesaurierenden Fonds aus eigenen Mitteln.

Um dies zu vermeiden, sollten Sie bei kleineren Erträgen einen Freistellungsauftrag an Ihre Bank oder an Ihren Fondsanbieter stellen.

Die Abgeltungssteuer als Quellensteuer

Die Abgeltungssteuer oder Kapitalertragsteuer ist und bleibt eine Quellensteuer. Dies bedeutet, dass die Steuern direkt “an der Quelle” abgeführt werden, in diesem Falle bei der Bank, die Ihr Depot führt. Welche Teile der Abgeltungssteuer von dieser Regel ausgeschlossen sind und wie und wo Sie diese angeben müssen, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Abgeltungssteuer für ausländische Erträge

Auch auf Gewinne aus Aktien, die Sie im Ausland erzielen, müssen Sie Abgeltungssteuer zahlen. Haben Sie Ihr Depot oder Konto bei einer inländischen Bank, führt diese die Abgeltungssteuer automatisch an das deutsche Finanzamt ab, sofern die Erträge über den Freibetrag von 801 Euro hinausgehen und Sie keinen Freistellungsauftrag gestellt haben.

Befindet sich das Konto oder Depot im Ausland oder kommen die Kapitalerträge von einer ausländischen Bank oder der ausländischen Tochter einer deutschen Bank, wird keine Abgeltungssteuer einbehalten.

Als Depot- oder Kontoinhaber haben Sie die Pflicht, solche ausländischen Kapitalerträge, für die keine Abgeltungssteuer einbehalten wurde, in der Anlage KAP Ihrer Steu­er­er­klä­rung anzugeben. Inländische Kapitalerträge ohne Steuerabzug müssen Sie dort ebenfalls eintragen. Eventuell müssen Sie bei Ihrem ausländischen Depotanbieter ebenfalls Quellensteuer zahlen.

Gesetzliche Grundlagen der Abgeltungssteuer

Wenn Sie sich für den Gesetzestext hinter der neuen Abgeltungssteuer interessieren, so können Sie ihn hier nachlesen.

Sie sollten sich im Allgemeinen gut informieren, bevor Sie einen Freistellungsauftrag an Ihre Bank stellen oder Ihre Steuererklärung mit der Abgeltungssteuer machen. Fragen Sie dazu am besten Ihren Steuerberater.

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